Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

6674

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Zylinderbauchkrug
mundartliche BenennungenBauerntanzkrug
Museum44848
Inv.-Nr.6674
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/Bodenformlinsenförmig
Handhaben
  • Henkel gezogen
  • dekorativer Henkelauslauf
  • Henkelquerschnitt profiliert
Farbe
  • dunkelbraun
  • grau
  • schwarz-braun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Bauchfries
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Kannelierung
  • profiliert
  • Rillung
  • Stempelung
Darstellung Bauchfries Menschen (Bauern)
IkonographieEin Musikantenpaar und neun tanzende Bauernpaare ohne Arkaden, Inschriften oben und unten
InschriftenOben: JEVRIEN ... (siehe Beschreibungsfeld) - Unten: WER : SIN ... (siehe Beschreibungsfeld)
Inschriften (Jahr)1590
Materialhochgebrannter Ton (Steinzeug)
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)24
Boden ∅ (B)8
Mündungs ∅ (M)6
maximaler ∅ (Dmax)12
RestaurierungHenkel angesetzt, Fehlstellen unterhalb des Henkels geflickt
Bemerkung

Mittelgroßer Bauerntanzkrug, Hals mit parallel umlaufenden waagerechten Rillen, Schulter konvex gewölbt mit senkrechter Kannelierung, darunter profilierter Übergang zum zylindrischen Mittelteil, Fußbereich mit senkrechter Kannelierung über profiliertem Standboden.

Der Bauchfries zeigt ein Musikantenpaar sowie neun tanzende Bauernpaare ohne Arkaden auf einer angedeuteten Wiese.

Oben die Inschrift: JEVRIEN : DV : MVS : DAPPER : BLASEN : SO : DANSEN : DEI : BVREN . ALS . WERENSY : RASEN : FRY : VF : SPRICHT : BASTOR : ICH : VER : DANS : DY : KAP . MIT . DEN KOR - "Jürgen, du musst tapfer blasen, so tanzen die Bauern als wären sie ransend; frisch auf, spricht der Pastor, ich vertanze die Kappe, das Amict und den Chor(mantel)."

Unten: WER : SIN : HOEPT : WILT : HALDEN : GANSZ : LAS : DEN : HVNDEN : ER : BRVLVEFT : ENDE : DEI : BVREN : IEREN : DANSZ : G : E : 1590 - "Wer sein Haupt will halten ganz, der lasse den Hunden ihre Bruloft (Hochzeit) und den Bauern ihren Tanz"

GE sind wahrscheinlich die Initialen des Töpfers Geret Emonts

Datierung1590
Datum/Zeitraum2. Hälfte des 16. Jh.
ObjektgeschichteFund im Garten des Anwesens Genotte, Neudorfer Straße
Bemerkung (Fundangabe)Garten des Anwesens Genotte, Neudorfer Straße
Hersteller Kuenstler48275
Herstellungsort region60070
HerstellungszweckSchank- oder Trinkgefäß
sekundäre VerwendungZierobjekt
ZugangsartErbschaft
Zugangsdatum2017
Copyright44848