Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7221

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Schnelle
mundartliche BenennungenWappenschnelle
Museum44848
Inv.-Nr.7221
Form des Objekts zylindrisch
Form (in Freitext)nach oben konisch zulaufend
Stand-/BodenformFlachboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • [Henkelauslauf]
  • dekorativer Henkelauslauf
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt profiliert
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • gestempelte Auflage
  • Wappen
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • profiliert
  • Rillung
  • Rollstempeldekor
  • Stempelung
Darstellung Wappen einteilig
Ikonographievon Lomont - von Buck
InschriftenFESSELE : DURCH : TATEN : DIE : JAGENDE : ZEIT : SCHMIEDE : DEN : TAG : AN : DIE : EWIGKEIT :
Inschriften (Jahr)1979
Materialgebrannter Ton
Formtechnik handgeformt und nachgedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Industrieglasur 19./20. Jahrhundert
Höhe (H)35
maximaler ∅ (Dmax)15
Bemerkung

Nachbildung eines Raerener Kuges aus der Werkstatt des Jakob Baltus, 1970er Jahre.

große zylindrische, nach oben leicht konisch verjüngte Schnelle mit gerundet abgedrehtem Mündungsrand, darunter Freifläche, auf Höhe des oberen Henkelansatzes zwei parallele waagerecht umlaufende Zierprofile, dazwischen ein aufgelegtes Rollstempelband mit nebeneinanderliegenden Nuppen; dieses wiederholt sich auf Höhe des unteren Henkelauslaufes; 

auf der oberenb Gefäßhälfte drei aufgelegte Wappen: gegenständig zum Henkel ein ovales Medaillon mit Doppeladler und waagerechtem Balken im Wappenschild und der Jahreszahl 1586, links und rechts je ein identisches viergeteiltes Wappen, im Schild l.o. und r.u. je drei senkrechte Balken sowie r.o. und l.u. je drei Sterne sowie die Datierung 1586 (nicht zugewiesen);

in der unteren Gefäßhälfte links und rechts je ein identisches Allianzwappen der Familie von Lomont-von Buck, links ein Ring mit sechs Pfeil- bzw. Speerspitzen (von Buck), rechts ein Winkel mit drei Sternen (von Lomont) und der undeutlich lesbaren Umschrift  PELIPVS : LOMOENT : D : ZO : W : ENDE : IOEHENNA : BVCK : SIN : HVSFRAV : 1589 (Philipp von Lomont, Drossard zu Walhorn und Johanna Buck seine Hausfrau) - das Wappen ist in mehreren Varianten bekannt (siehe Kohnemann, Auflagen ... S. 60), allerdings gibt es von dieser Variante mit der Jahreszahl 1589 keine Umzeichnung, zudem ist die Teilung des Wappenschildes seitenverkehrt; möglicherweise handelt es sich bei allen drei Wappen um historische Varianten aus dem Fundgut des Herstellers, die dieser nachgebildet oder abgedrückt hat;

zentral zwischen den beiden unteren Wappen, gegenständig zum Henkel eine aufgelegte rechteckige Kartusche mit Noppenband als Umrahmung, darin die Inschrift: FESSELE : DURCH : TATEN : DIE : JAGENDE : ZEIT : SCHMIEDE : DEN : TAG : AN : DIE : EWIGKEIT : 1979. HIerbei handelt es sich um ein Zitat aus der Feder des deutschen Schriftstellers Julius Lohmeyer (1835-1903), ergänzt um die Jahreszahl der Herstellung des Gefäßes (1979);

im unteren Bereich des Gefäßes zwei waagerecht umlaufende parallele Zierprofile mit dazwischen aufgestempelten groben Löwenmaskarons, anschließend mehrere parallele ZIerrillen über dem gerundet profiliert ausgearbeiteten Flachboden;

Henkel profiliert und unten spiralförmig auslaufend;

das gesamte Gefäß ist mit mittelbrauner Industrieglasur bedeckt.

Diese Gefäße wurden nicht gedreht, sondern von Hand aufgebaut sowie im Elektroofen mit modernen Industrieglasuren gebrannt; sie sind relativ schwer und haben einen extrem dicken Boden. 

Datierung20./21. Jahrhundert
Datum/Zeitraum1979
Hersteller Kuenstler44902
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 60
ZugangsartSchenkung
Copyright44848