Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7206

Expertenmodus
 
Hauptspezies Kanne
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenWappenkrug
Museum44848
Inv.-Nr.7206
Form des Objekts kugelförmig
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • [Henkelauslauf]
  • dekorativer Henkelauslauf
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt profiliert
Ausgussform Schnauze
Farbe
  • grau
  • kobaltblau
Dekoration
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • profiliert
  • [Auflagen]
  • Maske
  • Rosette / Nuppe
  • Wappen
  • Kannelierung
  • Rillung
  • Ritz- / Red-Dekor (pflanzlich)
  • Stempelung
Darstellung
  • [Wappen]
  • Wappen mehrteilig
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Industrieglasur 19./20. Jahrhundert
Höhe (H)25
maximaler ∅ (Dmax)15
Bemerkung

Nachbildung eines Raerener Kuges aus der Werkstatt des Wolfgang Hille, 2000er Jahre:

Kugelbäuchige Kanne mit Schnauze und gerundet abgedrehtem Mündungsrand, schmaler hoher bikonischer Hals, der nahtlos in den Gefäßkörper übergeht; unter dem Mündungsrand eine Freifläche mit kobaltblauer Bemalung, auf Höhe des oberen Henkelansatzes ein waagerecht umlaufendes schmales Profil, darunter aufgestempelte Rosetten (Hohlstempel) und unterhalnb der Schnauze ein ovales Maskarpon mit bärtiger Make; über den gesamten Hals parallele senkrechte schmale Einzelrillen, mit Kobaltblau bemalt, bis zum Übergang in den Gefäßkörper; dieser dekorativ abgesetzt durch zwei parallele waagerecht umlaufende eingedrehte Zierprofile mit dazwischenliegender kobaltblau belamter Hohlkehle; 

Gefäßkörper größtenteils mit eingeritzten Ranken und eingestempelten Blüten in der Art des Jan Baldems sowie kobaltblauer Bemalung versehen, dazwischen drei identische Wappenauflagen ohne Bemalung, die ein viergeteiltes, nicht zugewiesenes Wappen zeigen: l.o. und r.u. je ein Schwan, r.o. und l.u. je ein stehendes Löwe - dieses Wappen wurde von einem Original des 16. Jh. abgeformt (siehe KOhnameann, Auflagen ... S. 80 r.u.):

unteres Viertel des Gefäßkörpers über dem kurzen Gefäßfup mit einem waagerecht umlaufenden eingedrehgten Profil abgesetzt, darunter seknrechte Kanneluren mit dazwischenliegenden kobaltblau bemalten eingeschnittenen Ovalen;

profiliert und gerundet abgedrehter kurzer Gefäßfuß mit waagerecht umlaufenden parallelen Profilen und dazwischenliegender kobaltblau bemalter Hohlkehle, darunter die Stempelung der Werkstatt von Wolfgang Hille;
Henkel mehrfach senkrecht profiliert und unten dreieckig lang mit Windungen abgestrichen, teilweise kobaltblau bemalt;
Der Gefäßkörper ist flächendeckend mit einer grau-blauen Industrieglasur bedeckt. 

Diese Gefäße wurden  gedreht und reichen vor allem in der späteren Produktionsphase technologisch an die Originale des historischen Raerener Steinzeugs heran, allerdings wurden sie im Elektroofen gebrannt und sind mit einer modernen Industrieglasur statt der traditionellen Salzglasur versehen.

Datierung20./21. Jahrhundert
Hersteller Kuenstler152739
HerstellungszweckDekorobjekt
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 80 l.u.
ZugangsartSchenkung
Copyright44848