Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7200

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Museum44848
Inv.-Nr.7200
Form des Objekts eiförmig
Form (in Freitext)mit engem hohem Hals
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • [Henkelauslauf]
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt gekehlt
  • dekorativer Henkelauslauf
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
  • profiliert
  • Rillung
Darstellung
  • [Rund- / Oval- / Viereck-Auflage]
  • Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Menschen
IkonographieLucretia
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Industrieglasur 19./20. Jahrhundert
Höhe (H)30
maximaler ∅ (Dmax)16
Bemerkung

Nachbildung eines Raerener Kuges aus der Werkstatt des Wolfgang Hille, 2000er Jahre:

Eiförmiger Gefäßkörper mit gerundet abgedrehtem Mündungsrand am relativ hohen engen Hals, der konisch und übergangslos in den Gefäßkörper übergeht; ab der Höhe des oberen Henkelansatzes kurz unter dem Mündungsrand parallele waagerecht eingedrehte Zierrillen bis kurz über dem unteren Henkelauslauf;
 

auf dem Gefäßkörper drei identische aufgelegte ovale Medaillons mit breiten Rollwerkrahmen,m darin eine wiebliche Gestalt, die sich einen langen Dolch in die Seite sticht - dargestellt ist Lucretia, der Legende nach eine tugendhafte römische Bürgersgattin, die sich nach einer Vergewaltigung aus Scham selbst erdolchte. Das Motiv kommt auf Raerener Steinzeug des 16. Jh. in mehreren Varianten vor (siehe Kohnemann, Auflagen ... S. 143-144); die hier verwendete wurde von einem Original aus den Beständen des Töpfereimuseums Raeren abgeformt und ist im Vergleich zur Umzeichnung seitenverkehrt dargestellt;

profiliert und gerundet abgedrehter Standfuß mit waagerecht umlaufenden Zierrillen und Lisenboden, darunter die Stempelung der Werkstatt von Wolfgang Hille;
Henkel gekehlt und unten dreieckig spitz auslaufend;
Der Gefäßkörper ist flächendeckend mit einer mittelbraunen Industrieglasur bedeckt. 

Diese Gefäße wurden  gedreht und reichen vor allem in der späteren Produktionsphase technologisch an die Originale des historischen Raerener Steinzeugs heran, allerdings wurden sie im Elektroofen gebrannt und sind mit einer modernen Industrieglasur statt der traditionellen Salzglasur versehen.

Datierung20./21. Jahrhundert
Hersteller Kuenstler152739
HerstellungszweckDekorobjekt
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 143 r.u.
ZugangsartSchenkung
Copyright44848