Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7041

 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Zylinderbauchkrug
mundartliche BenennungenSchifferkrug
Museum44848
Inv.-Nr.7041
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel in Form gedrückt
  • [Henkelauslauf]
  • dekorativer Henkelauslauf
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt profiliert
Farbe
  • kobaltblau
  • grau
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Bauchfries
  • Halsfries
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Kannelierung
  • profiliert
  • Rollstempeldekor
  • Stempelung
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
Darstellung
  • [Bauchfries]
  • Bauchfries Menschen ([Kur-]Fürsten)
  • [Halsfries]
  • Halsfries Menschen
IkonographieKurfürsten
InschriftenZVR * ERINNERVNG * AN * DIE * WIEDERBELEBVNG * DER * RAERENER * KVNSTTOEPFEREI ; WM
Inschriften (Jahr)1550-1620 ; 1884
Materialgebrannter Ton
Formtechnik eingedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)41
maximaler ∅ (Dmax)21
Bemerkung

Zylinderbauchförmiger sehr großer Krug aus der Werkstatt des Hubert Schiffer, Raeren (19. Jh.) mit Darstellung von Kurfürsten;

flach abgedrehter Mündungsrand, darunter kurze leicht konisch erweiterte Freifläche über einem breiten ZIerwulst mit Rollstempeldekor und darunter liegender Hohlkehle, auf dem zylihdrischen Gefäßhals ein aufgelegter Fries mit ovalen Grotesken in Einzelfeldern,  oben und unten abgeschlossen durch einen schmalen Grat mit Perlstabdekor, darunter  mehrere parallele waagerecht umlaufende Zierprofile mit Rollstempeldekor;

konvex gewölbte schmale Gefäßschulter mit aufgelegten senkrechten Tonsträngen und Kanneluren, unten abgeschlossen durch mehrere waagerecht parallele Zierprofile  mit unterschiedlichen Rollstempeldekoren und weit auskragendem flach nach unten gewölbten Wulst, mit aufgestempelten  Akanthusblättern dekoriert, unterer Rand über dem waagerechten Einzug zum zylindrischen Mittelteil mit Rollstempeldekor, darunter eine Hohlkelhle mit kurzen senkrechten Kanneluren;

nach unten sich verjüngender konvex gewölbter Unterteil mit aufgelegten breiten senkrechten Kanneluren und dazwischenliegenden Profilen , auskragender Fuß mit mehreren parallel umlaufenden schmalen waagerechten Profilen, teils mit Perlstabdekor über einer gerundet abgedrehten Standfläche;

hoher zylindrischer Mittelteil mit oben einem Schriftband zwischen zwei dünnen waagerechten Profilen mit Perlstabmuster, darin die Inschrift in Versalien:
1550-1620 * ZVR * ERINNERVNG * AN * DIE * WIEDERBELEBVNG * DER * RAERENER * KVNSTTOEPFEREI * 1884
darunter ein Bauchfries mit fünf Einzelfeldern, jedes mit Rankenornamentik und innenliegendem rundem Medaillon mit stark erhabener Darstellung von Portraitbüsten:
- unter dem Henkel ein Maskaron mit den Initialen WM links und rechts;
- rechts daneben die Portraitbüste eines Geistlichen im Profil mit Barett, umlaufend die Inschrift ALBRECHT * V * BRANDENBURG * ERZBISCH * U * KURF * V * MAINZ, links und rechts die Jahreszahlen 1490 und 1545 (reale Person);
- rechts daneben die Porträtbüste eines Adligen im Halbprofil mit der Umschrift JOACHIM * I * KURFÜRST * V * BRANDENBURG, links und rechts die Jahreszahlen 1484 und 1535 (reale Person);
- rechts daneben die frontale Porträtbüste eines Adligen mit der Umschrift JOACHIM * II * KURFÜRST * V * BRANDENBURG, links und rechts die Jahreszahlen 1505 und 1571 (reale Person);
- rechts daneben die Porträtbüste eines Adligen im Profil mit der Umschrift ALBRECHT * MARK GRAF * V * BRANDENBURG, links und rechts die Jahreszahlen 1490 und 1568 (reale Person);
wie dieser Bezug zu Brandenburg zu erklären ist, bleibt unklar.

Henkel mit vier parallelen senkrecht verlaufenden Profilen, unten spiralförmig auslaufend. 

Das gesamte Gefäß in eine Form eingedreht, reduzierend grau gebrannt und teils großflächig mit dunkelblauer Kobaltsmalte bemalt; unter dem Standboden die eingestempelte verschlungene Signatur HS. Es handelt sich um eines der wenigen grau-blauen Gefäße aus der Werkstatt des Hubert Schiffer, der vorwiegend Gefäße mit der in seinen Augen "typischen goldbraunen Farbe" des Raerener Steinzeugs fertigte.  

 

Datierung1850-1900 (Historismus)
Datum/Zeitraum1884
Hersteller Kuenstler44909
HerstellungszweckDekorobjekt
Literaturverweis48147
Bemerkung (Literaturverweis)S. 346ff
ZugangsartSchenkung
Copyright44848