Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7024

Expertenmodus
 
Hauptspezies Form
zugehörige Funktionsgruppe [Werkzeuge, Hilfsmittel]
Unterspezies Überdrehform
mundartliche BenennungenSchifferkrug
Museum44848
Inv.-Nr.7024
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel in Form gedrückt
  • dekorativer Henkelauslauf
  • Henkelquerschnitt gekehlt
Farbe weiß
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Bauchfries
  • Halsfries
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Kannelierung
  • modelliert
  • modelliert (weiterbearbeitet)
  • profiliert
  • Rollstempeldekor
  • Stempelung
  • Zirkelschlagornament
Darstellung
  • [Bauchfries]
  • Bauchfries Menschen (Soldaten)
  • [Halsfries]
  • Halsfries Menschen
IkonographieLandsknechte
MaterialGips
Formtechnik
  • handgeformt
  • handgeformt und nachgedreht
Höhe (H)35
maximaler ∅ (Dmax)20
Bemerkung

Mittig durchgeschnittene Gipsform (Positiv = Überdrehform) aus der Werkstatt des Hubert Schiffer (19. Jh.) - Innenbereich hohl und unsauber abgearbeitet mit zwei waagerechten Holzstäben zur Stabilisierung und einfacheren Handhabung; es handelt sich um die Hälfte einer recht stark abgenutzten Urform für einen Landsknechtskrug, auf deren Basis die Gipsform zum Eindrehen des endgültigen Gefäßes hergestellt wurde, die zweite Hälfte ist leider nicht erhalten; in die Form sind alle spätere Dekore mittels der althergebrachten Techniken (Auflagen, Ritzungen, STempelungen usw.) bereits eingearbeitet;

waagerecht abgedrehter Mündungsrand mit darunter liegender sich erweiternder Freifläche, auf Höhe des oberen Henkelansatzes mehrere parallele waagerecht umlaufende Zierprofile, drunter ein Halsfries mkit Maskaronen, darunter wiederum mehrere waagerecht eingedrehte parallele Zierprofile; 

konvexe Gefäßschultewr mit Zirkelschlaornamenten, dazwischen oben eingestempelte kreuzförmige Motivem darunter umlaufende Netzwerkstruktur, unten abgeschlossen durch mehrere parallele waagerecht umlaufende Zietgrate und Hohlkehlen mit Rollstempeldekoren, zuletzt ein breiter waagerechter Wulst mit darunterliegender schmaler Hohlkehle mit senkrechten Kanneluren;

eingezogener zylindrischer Mittelteil mit aufgefelgtem Bauchfries, der unter sieben Arkadenbögen einzelne Landsknechte in unterschiedlicher Haltung zeigt, basierend auf den Friesen vom Ende des 16. Jh., unten abgeschlossen durch einen breiten waagerecht umlaufenden Zierwulst; 

Gefäßunterteil konvex eingezogen mit senkrechten Kanneluren und dazwischenliegenden senkrechten Profilen, eingeschnürter Gefäßfuß mit mehreren waagerecht umlaufenden Profilen und gerundet abgedrehter Standfläche;

Henkel mehrfach senkrecht profiliert, unten in einer spiralförmigen Schnecke auslaufend.

Das Objekt stammt aus der Auflösung einer Schreinerwerkstatt des Adam Mennicken, Am Plei/Rottstraße, der ein Großneffe des Hubert Schiffer war. 

Datierung1850-1900 (Historismus)
Bemerkung (Fundangabe)Schreinerei Adam Mennicken
Hersteller Kuenstler44909
HerstellungszweckWerkzeug zur Herstellung von HIstorismusgefäßen
Literaturverweis48147
Bemerkung (Literaturverweis)S. 346ff
ZugangsartSchenkung
Zugangsdatum2005
Copyright44848