Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7013

 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Zylinderbauchkrug
mundartliche BenennungenSchifferkrug
Museum44848
Inv.-Nr.7013
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel in Form gedrückt
  • [Henkelauslauf]
  • dekorativer Henkelauslauf
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt profiliert
MontierungZinndeckel, Daumenruhe mit doppelter Kugel
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Bauchfries
  • Halsfries
  • [Auftragungen]
  • engobiert
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Kannelierung
  • profiliert
  • Rollstempeldekor
  • Stempelung
Darstellung
  • [Bauchfries]
  • Bauchfries Menschen ([Kur-]Fürsten)
  • [Halsfries]
  • Halsfries Ornamente
IkonographieKaiser und Fürsten
Materialgebrannter Ton
Formtechnik eingedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)45
maximaler ∅ (Dmax)20
Bemerkung

Zylinderbauchförmiger sehr großer Krug aus der Werkstatt des Hubert Schiffer, Raeren (19. Jh.) mit Darstellung von Kaiser, Fürsten und Rittern;

flach abgedrehter Mündungsrand, darunter leicht konisch erweiterte Freifläche über einem breiten ZIerwulst mit Rollstempeldekor und darunter liegender Hohlkehle, auf dem zylihdrischen Gefäßhals ein aufgelegter Fries mit sechs runden Wappenmedaillons,  darunter mehrere parallele waagerecht umlaufende Zierprofile;

konvex gewölbte schmale Gefäßschulter mit abwechselnden Feldern mit schmalem Kerbschnittdekor und dazwischen liegenden senkrechten schmalen und breiteren Kanneluren, unten abgeschlossen durch mehrere waagerecht parallele Zierprofile  und weit auskragendem flach nach unten gewölbten Wulst, mit aufgelegten Akanthusblättern dekoriert, unterer Rand über dem waagerechten Einzug zum zylindrischen Mittelteil mit Rollstempeldekor;

nach unten sich verjüngender konvex gewölbter Unterteil mit breiten senkrechten Kennluren und dazwischenliegenden Profilen mit Rollstempeldekoren, auskragender Fuß mit mehreren parallel umlaufenden schmalen waagerechten Profilen über einer gerundet abgedrehten Standfläche;

hoher zylindrischer Mittelteil mit sechs Arkadenbögen; unter dem Henkel darin ein aufgelegtes großes Maskaron; daran anschließend alle Felder mit Netzstruktur im oberen und Rautenstruktur im schmeleren unteren Bereich sowie aufgelegten Einzelfiguren: erst ein Junker mit Hut und UMhang, in der Hand einen hohen Pokal tragend; dann ein gerüsteter Kaiser mit Umhang und Pergamentrolle in der rechten Hand, zu seinen Füßen ein Helm; mittig und gegenständig zum Henkel ein Ritter mit Helm und Helmbausch zu Pferd; anschließend der Kaier mit Pfeil oder kurzem Speer in der Hand und abschließend ein Musketier. 

Henkel mit zentral senkrecht verlaufendem Profil, unten spiralförmig auslaufend mit Fortsetzung zur darunter aufgelegten Groteske. 

das gesamte Gefäß ist gleichmäßig engobiert und in eine Form eingedreht; unter dem Standboden die eingestempelte verschlungene Signatur HS

 

Datierung1850-1900 (Historismus)
Hersteller Kuenstler44909
HerstellungszweckDekorobjekt
Literaturverweis48147
Bemerkung (Literaturverweis)S. 346ff
ZugangsartSchenkung
Copyright44848