Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

5022

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Zylinderbauchkrug
mundartliche BenennungenKurfürstenkrug
Museum44848
Inv.-Nr.5022
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • dekorativer Henkelauslauf
  • Henkelquerschnitt profiliert
Farbe
  • grau
  • mittelbraun
Dekoration
  • Bauchfries
  • Halsfries
  • Kannelierung
  • Stempelung
  • profiliert
Darstellung
  • Bauchfries Menschen ([Kur-]Fürsten)
  • Halsfries Ornamente
IkonographieHalbfiguren der Kurfürsten über ihren Wappenschilden
InschriftenZV : TRIR BISCHOF ZV : COLE BISCHOF V. MENT ROMISCH R : KAISER PALTS : GF AM : RIN BRANDENBVRCH
Inschriften (Jahr)(16)02
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)32,5
Boden ∅ (B)10,5
maximaler ∅ (Dmax)16
Bemerkung

Großer Zylinderbauchkrug mit abgesetztem zylindrischem Hals, gerundet abgedrehter Mündungsrand, darunter FReifläche; auf Höhe des oberen Henkelansatzes waagerecht umlaufendes eingedrehtes Zierprofil, darunter aufgelegter Halsfries mit abwechselnden Maskaronen undf floralen Elementen, nach unten abgedtrennt durch zwei parallele waagerecht eingedrehte Zierprofile; konvexe Hefäßschulter mit senkrechten Doppelkanneluren, dazwischen gestempelte rautenförmige Dekore mit Herzen; Mittelteil des Gefäßkörpers abgesetzt durch mehrfaches waagerecht umlaufendes weit auskragendes Zierprofil mit Rollstempeldekor; darunter aufgelegter Fries mit sieben Arkadenfeldern, in jedem Feld das Halbbild eines Kurfürsten über seinem Wappen; über den Arkadenbögen die (teils unleserliche, teils nicht vorhandene) Inschrift: 

(BISSCHA) ZV : TRIR BISCHOF ZV : COLE BISCHOF V. MENT ROMISCH R : KAISER PALTS : GF AM : RIN (HERTSOG V: SAXE) BRANDENBVRCH 

Im ersten Arkadenfeld die Jahreszahl (16)02 - die 2 ist spiegelverkehrt. Bei dem Fries handelt es sich um eine häufig (mit unterschiedlichen Datierungen)  verwendete große Variante des Kurfürstenfrieses.

Mittelteil nach unten abgeschlossen durch ein waagerecht umlaufendes Profil mit Rollstempeldekor, darunter senkrechte Doppelkanneluren mit dazwischen eingestempelten rautenförmigen Dekoren mit Herz wie auf der Gefäßschulter; auskragender gerundet abgedrehter Standfuß mit waagerecht umlaufenden eingedrehten parallelen Zierrillen abgesetzt; Henkel profiliert und über dem zylindrischen Mittelteil enden, über dieses hinweg dreieckig spitz abgestrichen. 

Datierung1600-1650 (BAR I)
Datum/Zeitraum1602
ZugangsartAufsammlung/Bodenfund