Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenKanonenkrug
Museum44848
Inv.-Nr.5010
Form des Objekts zylindrisch
Form (in Freitext)leicht konisch
Stand-/BodenformFlachboden
Handhaben- [Henkel]
- Henkel gezogen
- dekorativer Henkelauslauf
- Henkelquerschnitt profiliert
Farbe- mittelbraun
- grau
- hellbraun
Dekoration- [Auflagen]
- Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
- [plastische Oberflächenbehandlung]
- profiliert
- Rillung
Darstellung- [Rund- / Oval- / Viereck-Auflage]
- Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Gegenstände
- Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Menschen
IkonographieKanone auf Töpferofen
Inschriften (Jahr)1625
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)22
Boden ∅ (B)11
maximaler ∅ (Dmax)11
BemerkungSchmaler Humpen (breite Schnelle) mit zylindrischem Gefäßkörper und leicht ausgestelltem Flachboden; Mündungsrand leicht konisch eingezogen und gerundet abgedreht; darunter eine glatte Freifläche; auf Höhe des oberen Henkelansatzes waagerecht umlaufendes eingedrehtes Zierprofil, darunter drei paarweise angelegte parallel waagerecht umlaufende Zierrillen mit dazwischenliegender danfter Hohlkehle; auf der Gefäßmitte aufgelegtes ovales Medaillon, darin eine große Kanne, ein Töpferofen auf dem eine Kanone stetht, die von einem Musketier abgefeurt wird und eine Qualmwolke abgeibt, in der Lafette die Jahreszahl 16 25; über dem flachen Standfuß widerholt sich der Profil-Rillen-Hohlkehlendekor des oberen Teils; Henkel profiliert und dreieckig spitz abgestrichen.
Das Gefäß ist insofern außergewöhnlich, als das Medaillon bisher nur in einer einzigen Ausführung bekannt ist und wohl die Bedrohung des Töpferhandwers (Kanne und Ofen) durch den 30-jährigen Krieg (Kanone, Musketier) symbolisieren soll. Zudem wurde der Humpen auf dem Boden eines Tonschachtes in Lichetnbusch aufgefunden, wo er wohl in großer Eile als Trinkgefäß zurückgelassen wurde. Aus welcher Werkstatt er stammt, ist nicht bekannt, aber der Qualität der Auflage nach zu urteilen, muss es sich um eine der besseren Werkstätten zu Beginn des 17. Jh. gehandelt haben.
Datierung1600-1650 (BAR I)
Objektgeschichtesiehe Beschreibung
Bemerkung (Fundangabe)Fund durch O.E. Mayer und Leo Kever
HerstellungszweckTrinkgefäß
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 142
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848