Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

1466

 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenMedaillon
Museum44848
Inv.-Nr.1466
Form des Objekts linsenförmig
Form (in Freitext)rund
Farbe schwarz-braun
Dekoration
  • Auflage
  • Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
Darstellung Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Tiere
IkonographiePelikan
Materialgebrannter Ton
Formtechnik
  • in die Form gedrückt
  • gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
maximaler ∅ (Dmax)3,5
Bemerkung

Aus der Scherbe ausgeschnittenes kleines rundes Medaillon mit gerändeltem Rand, in der Bildfläche eine Pelikan, der seine Jugen miut dem eigenen Blut nährt, das er aus seiner Brust entnimmt.

Als ein Symbol für Jesus Christus gehören Pelikane zur christlichen Ikonographie. Nach dem Physiologus, einem frühchristlichen Tierkompendium, öffnet sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust, lässt sein Blut auf seine toten Jungen tropfen und holt sie so wieder ins Leben zurück. Dies wurde allegorisch in Bezug zum Opfertod Jesu Christi gesetzt. Die Grundlage für diese Vorstellung ist die Fütterung der Pelikanküken, die sich ihr Futter tief aus dem Kehlsack der Eltern holen, was den Eindruck erweckt, sie würden sich an deren Brustfleisch nähren.
Wie der Löwe die Stärke symbolisiert, die Eule die Weisheit oder der Adler für Freiheit und Weitsicht steht, so steht der Pelikan für Tugend der Nächstenliebe.

 

Datierung2. Hälfte des 16. Jh.
HerstellungszweckVerzierung
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 165
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848