Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

1424

 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenMedaillon
Museum44848
Inv.-Nr.1424
Form des Objekts linsenförmig
Form (in Freitext)oval
Farbe mittelbraun
Dekoration Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
Darstellung Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Menschen
IkonographieApollo und Daphne
InschriftenILLA REBVS AMAT SEQV ITVRQVE PER AVA AMATAM MANEAT QVE ROGAT SED MAGIS ILLA
Inschriften (Jahr)1583
Materialgebrannter Ton
Formtechnik
  • in die Form gedrückt
  • gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
maximaler ∅ (Dmax)7,5
Bemerkung

Aus der Scherbe ausgeschnittenes ovales Medaillon mit mythologischer Szene aus Ovids Metamorphosen: Apollo und Daphne - links eine laufende Männergestalt, die den Arm nach einer fliehenden Frau (rechts) ausstreckt, im Hintergrund ein Reiter zwischen Bäumen und Vegetation - im Schriftband darunter die Jahreszahl 1583 -  Umschrift (verstümmelter lateinischer Text): REBVS AMAT SEQV ITVRQVE PER AVA AMATAM MANEAT QVE ROGAT SED MAGIS ILLA - sinngemäße Übersetzung laut Kohnemann: Phöbus Apollo liebt Daphne; er folgt der Geliebten bis in die Wildnis; er bittet sie, stehen zu bleiben; doch jene flieht umso schneller.

Hintergrund:  Der griechische Gott Apollo beleidigte den Gott der begehrlichen Liebe Eros, indem er ihn als schlechten Schützen verspottete. Aus Rache schoss Eros einen goldenen Liebespfeil auf Apollo und einen bleiernen auf die Nymphe Daphne ab. Durch das goldene Geschoß entbrannte der Gott in unsterblicher Liebe zur Nymphe, jedoch das bleierne bewirkte bei ihr das Gegenteil und sie floh vor ihm.
Die Bedrängung durch Apollo erschöpfte Daphne derart, dass sie ihren Vater, den Flussgott Peneios bat, ihre von Apollo so begehrte Gestalt zu verwandeln. Der Wunsch wurde ihr erfüllt und sie verwandelte sich, bei der letzten Begegnung mit Apollo, in einen Lorbeerbaum.

Eine Vorlage aus der Druckgrafik ist derzeit nicht bekannt.

Datierung2. Hälfte des 16. Jh.
Datum/Zeitraum1583
HerstellungszweckVerzierung
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 152
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848