Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

1432

 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenMedaillon
Museum44848
Inv.-Nr.1432
Form des Objekts linsenförmig
Form (in Freitext)oval
Farbe hellbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
Darstellung Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Menschen
IkonographieDie Hure Babylon (Apostelgeschichte)
InschriftenIOHANNS AM XVIV
Materialgebrannter Ton
Formtechnik
  • in die Form gedrückt
  • gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
maximaler ∅ (Dmax)7
Bemerkung

Aus der Scherbe ausgeschnittenes ovales Medaillon - rechts eine stehende Frau, die einen Piokal hochhält, zu ihren Füßen mehrere knienede Gestalten, im Hintergrund eine Stadtkulisse - oben im Schriftband die Inschrift IOHANNS * AM XVIV

Es handelt sich um eine Darstellung der "HUre Babylon": In der Offenbarung des Johannes wird die Hure Babylon stets als „die Große“ bezeichnet. Ihre Kennzeichen sind Hurerei und Gräuel (d. h. Götzendienst), ja sie ist sogar der Ursprung, die „Mutter“ dieser Sünden (Offb 17,5). Die Offenbarung beschreibt die Hure so, dass eine Deutung auf die Stadt Rom und von daher auf das Römische Reich wahrscheinlich ist (vgl. besonders Offb 17,9.18). Der Reichtum und die Pracht der Hure Babylon sind vergänglich; von einem Tag auf den anderen, ja sogar in einer Stunde (Offb 18,17.19), wird sie in bitterste Armut, Nacktheit und Einsamkeit gestürzt werden. Darüber werden sich die unter der Herrschaft der Hure Leidenden, allen voran die Christen, freuen und laut jubeln (Offb 19,1–3).

Die druckgrafische Vorlage, zumindest für die Frau und die anderen Persionen, dürfte von Albrecht Dürer (1471-1528) stammen: Das babylonische Weib, aus der Folge der Apokalypse, Urausgabe Deutsch 1498 (Städel Museum Frankfurt)

 

Datierung2. Hälfte des 16. Jh.
HerstellungszweckVerzierung
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 157
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848