Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

5039

Expertenmodus
 
Hauptspezies Schreibgarnitur
zugehörige Funktionsgruppe [Schreibzeug]
mundartliche BenennungenSandstreuer
Museum44848
Inv.-Nr.5039
Form des Objekts kubisch
Form (in Freitext)mit vorgebauter flacher Schale
Stand-/BodenformFlachboden
Farbe
  • grau
  • kobaltblau
Dekoration
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • profiliert
  • Rollstempeldekor
  • Stempelung
Materialgebrannter Ton
Formtechnik
  • gedreht
  • montiert
  • handgeformt
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)4
Boden ∅ (B)6
Länge (L)16
maximaler ∅ (Dmax)6
Breite (Br)9,5
RestaurierungSandstreuer möglicherweise ergänzt
Bemerkung

Eine komplette Schreibgarnitur, bestehend aus einem kastenförmigen Körper mit aufgelegter rechteckiger überlragender Platte mit abgerundeten Ecken, darin zwei kreisrunde Aussparungen, in die links ein Sandstreuer (unglasiert) und recht ein offenes Tintenfass eingesetzt sind - beide sind herausnehmbar; vor dem Kubus ist ein ladenförmiger Vorbau anmontiert, dessen Seitenteile leicht gebogen von der Vorderseite bis zum Hauptteil des Objekts gezogen sind; in der Lade, die zum Ablegen der Schreibutensilien diente, zwei kreisrunde Löcher zum Abstellen der Schreibfedern. 

Auf der Oberseite der Garnitur zentral zwei gegenü+berliegende aufgestempelte Herzen (Hohlstempel), seitlich aufgestempelte florale Dekore, umlaufend ein Prodil mit Rollstenpeldekor; auf der hohen Front- sowie Rückseite jeweils  drei aufgestempelte Blumen aus einzelnen Blütenstempelornamenten (Hohlstempel), dazwischen ke drei übereinanderliegende einzelne Bütenstempel; auf der flachen Front waagerecht angeordnete Blatt- und Blütenstempel im Wechsel, Ecken mit flachgedrückter runder Ausformung; Seitenteile mit je einer großen Blume aus Blütenstempeln und unregelmäßig angeordeneten einzelnen Blütenstempeln; Stempeldekore sowie Randprofile mit Kobaltsmalte bemalt. 

Es handelt sich um einen Bodenfund, zu dem aber keine genaueren Angaben gemacht wurden. Da es bis auf einen einzelnen Sandstreuer (Objekt 5038) keine weiteren vergleichbaren Funde gibt, könnte es sich auch um ein Westerwälder Schreibzeug aus dem Verbrauchermilieu handeln - oder aber um ein Einzelstück. Eine größere Produktion dieser Objekte in Steinzeug ist nur aus dem Westerwald dokumentiert. 

Datierung1650-1800 (BAR II)
HerstellungszweckSchreiben
vgl auch Objekt152356
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848