Hauptspezies Objekt unbekannten Zwecks
zugehörige Funktionsgruppe [Unbestimmbares]
mundartliche BenennungenGemme
Museum44848
Inv.-Nr.3102
Form (in Freitext)annähernd kreisrund
Farbe rot
Materialroter Jaspis
Formtechnik handgeformt
BemerkungBei der kleinen annäherdn kreisrunden roten Platte handelt es sich um eine römische Gemme (Schmuckstein) aus rotem Jaspis. Aufgrund der spiegelverkehrt eingravierten Buchstaben ist davon auszugehen, dass es sich um einen Teil eines Siegelrings handelt.
Dargestellt ist ein nackter Jüngling in frontaler Körperansicht mit zur linken Seite geneigtem Kopf dargestellt. Der Jüngling blickt nach unten zu seinem ausgestreckten linken Arm, in der er eine Opferschale (patera) hält. In der rechten Hand trägt er zwei Ährenbündel. Der Arm hängt locker in Richtung Boden. Das Motiv des nackten Jünglings mit patera und Ährenbündeln findet sich oft unter der Bezeichnung bonus eventus (Gutes Gelingen) auf Münzen. Die Gemme schmückte vermutlich einen Fingerring und sollte dessen Träger - neben der Funktion als Siegel - unter den besonderen Schutz dieses Gottes stellen.
Links und rechts der Figur sind folgende BUchstaben in Versalien eingraviert:
T N
SO CI
O R
V M
"Sociorum" lässt sich von "socius" ableiten (Genitiv Plural) und würde "der Gefährten" bedeuten.
Die Gemme wurde bei Ausgrabungen eines Brunnenschachtes in Berlotte gefunden, nahe der Römerstraße "Kinkebahn", der zu einem römischen Landanwesen (villa) gehörte. Andere Fundstücke aus diesem Kontext waren Holzdauben eines Wassereimers sowie vier Kannen aus weißem Ton (Inv. Nr. 3107, 3108,3109,3110).
Eine vergleichbare Gemme, allerdings ohne Siegelfunktion, wurde 2014 bei Ausgrabungen im römischen Aachen gefunden: https://bodendenkmalpflege.lvr.de/de/aktuelles/fund_des_monats/fund_des_monats_oktober_2014~id_298072.html
Datierung1.-2. Jh. n. Chr.
ZusatzAusgrabung M. Kohnemann/O.E. Mayermit Studenten 1962-63
HerstellungszweckSiegel - Schutz
Zugangsartarchäologischer Fund
Zugangsdatum1963
Copyright44848