Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

2114

Expertenmodus
 
Hauptspezies Flöte
zugehörige Funktionsgruppe [Musik, Geräusche]
Unterspezies Flötenfigur
mundartliche BenennungenNarrenpfeife
Museum44848
Inv.-Nr.2114
Form (in Freitext)mit hohem zylindrischem Hals
Stand-/BodenformWellenfuß
MontierungPfeifstutzen
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • Fingereindruck
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • modelliert (weiterbearbeitet)
Materialgebrannter Ton
Formtechnik handgeformt
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)6,5
Boden ∅ (B)2,5
Breite (Br)4,5
RestaurierungPfeifstutzen angesetzt
Bemerkung

Flöte/Pfeife in Form eines Narrenkopfs mit Dreispitzmütze - Augen, Nase und Mund von Hand modelliert - hohler Gefäßkörper auf einem schwach ausgeprägten Wellenfuß - Gesicht nur einseitig, auf der Rückseite angesetzter Pfeifstutzen - in der Mütze oben links ein kreisrundes Loch zwecks Erzeugung eines zweiten Tons. 

Bei diesen sogenannten "Narrenpfeifen" handelt es sich um Klangobjekte, mit deren Hilfe man durch Hineinblasen in den röhrenförmigen Pfeifstutzen einen oder - in diesem Fall -.zwei hohe Töne erzeugen konnte. Der hohle Gefäßkörper dient als Resonanzkörper, durch Verschließen des Loche kann die Luftsäule verlängert und damit der Ton vertieft werden. Die Tonerzeugung erfolgt durch das Blasloch mit eingearbeiteter "Zunge" im Pfeifstutzen nach dem Prinzip der Blockflöte. 

Narrenpfeifen wurden in größerer Stückzahl ab dem 16. Jh. produziert, eine nähere Datierung ist nicht möglich. Es gibt verschiedene Modelle. Einige scheinen aus Modeln abgeformt zu sein. 

ACHTUNG: Aus dem 20. Jh. gibt es Nachbildungen der Eupener Keramikerin Erika Peters, die aber im Format deutlich größer sind. 

Datierung1500-1550 (FNZ I)
HerstellungszweckKlangobjekt
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848