Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7107

Expertenmodus
 
Hauptspezies Kanne
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Schnabelkanne
mundartliche BenennungenWappenkrug
Museum44848
Inv.-Nr.7107
Form des Objekts eiförmig
Form (in Freitext)mit kurzem zylindrischem Hals
Stand-/BodenformFlachboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • [Henkelauslauf]
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt gekehlt
  • dekorativer Henkelauslauf
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Wappen
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • profiliert
  • Halsfries
  • Maske
Darstellung
  • [Wappen]
  • Wappen mehrteilig
IkonographieWappen des Philipp von Lomont und der Johanna von Buck
InschriftenPELIPVS : LOEMONT : D : Z : W : END : IOEHENNA : BVCK : SIN : HVSFRAV : ANNO : 1588
Inschriften (Jahr)1588
Materialgebrannter Ton
Formtechnik handgeformt und nachgedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Industrieglasur 19./20. Jahrhundert
Höhe (H)28
maximaler ∅ (Dmax)16
Bemerkung

Nachbildung eines Raerener Kuges aus der Werkstatt des Jakob Baltus, 1970er Jahre:

Eiförmiger Gefäßkörper mit flach abgedrehtem Mündungsrand am kurzen zylindrischen Hals, dieser auf Höhe des oberen Henkelansatzes mit einem waagerecht umlaufenden Doppelprofil mit dazwischenliegender Hohlkehle versehen, darunter ein aufgelegter Halsfries mit runden Grotesken und floralen Elementen, nach unten zum Gefäßkörper abgeschlossen durch ein weiteres waagerecht umlaufendes Doppelprofil mit dazwiaschenliegender Hohlkehle;

gegenständig zum Heknel ein röhrenförmiger Schnabel mit aufgelegten floralen Dekoren, der über den Mündungsrand hinaus aufgargt und durch einen schmalen nach oben geknickten flachen dekorlosen Steg gehalten wird, am unteren Ansatz mit einer aufgelegten oval-spitzen Groteske bedeckt;

links und rechts des Schnabels zentral auf dem Gefäßkörper je ein identisches aufgelegtes ovales Medaillon mit gespaltenem Wappen, links ein Ring mit sechs sternförmig angeordneten Schwertern, rechts ein nach oben gerichteter Haken mit drei Sternen sowie der Umschrift  PELIPVS : LOEMONT : D : Z : W : END : IOEHENNA : BVCK : SIN : HVSFRAV : ANNO : 1588 (Philipp von Lomont, Drossard zu Walhorn und Johanna Buck, seine Ehefrau (siehe Kohnemann, Auflagen ... S. 60 l.o..); das Wappen ist als das der damaligen Besitzer der Burg Raeren vielfach und in mehreren Varianten auf historischem Raerener Steinzeug des 16. Jh. dokumentiert, allerdings sind die Inhalte des Wappenschildes hier seitenvertauscht, die Sterne erinnern eher an Punkte und der eigentlich vorhandene Halbmond fehlt ganz, insgesamt ist es unproportioniert und verwaschen und stammt daher wahrscheinlich aus der Hand des Produzenten  - auch hier könnte es sichaber um eine Variante des historischen Vorbildes aus dem Scherbenfundus des Produzenten handeln;

schwach ausgestellter kurzer Fußteil mit gerundetem Flachboden, darüber ein waagerecht umlaufendes Doppelprofil mit dazwischenliegender Hohlkehle;
Henkel gekehlt und unten dreieckig spitz auslaufend;
Der Gefäßkörper ist flächendeckend mit einer dunkel-/mittelbraunen Industrieglasur bedeckt. 

Diese Gefäße wurden nicht gedreht, sondern von Hand aufgebaut sowie im Elektroofen mit modernen Industrieglasuren gebrannt; sie sind relativ schwer und haben einen extrem dicken Boden. 

Datierung20./21. Jahrhundert
Hersteller Kuenstler44902
HerstellungszweckDekorobjekt
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 60 l.o.
ZugangsartSchenkung
Copyright44848