Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

7106

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenBartmannkrug
Museum44848
Inv.-Nr.7106
Form des Objekts eiförmig
Form (in Freitext)mit engem hohem Hals
Stand-/BodenformFlachboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • [Henkelauslauf]
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt gekehlt
  • dekorativer Henkelauslauf
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • [Auftragungen]
  • bemalt (vor dem Brand)
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • profiliert
  • Bartmaske
  • Wappen
Darstellung
  • [Wappen]
  • Wappen mehrteilig
IkonographieWappen des Arnold von Reifferscheidt - Wappen von Lübeck
InschriftenARNOLT : VAN : REIFFERSCHEIT : GENAT : MEI : RAEDT : A : 1588 - VON : LVBECK V : OCZ
Materialgebrannter Ton
Formtechnik handgeformt und nachgedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Industrieglasur 19./20. Jahrhundert
Höhe (H)27
maximaler ∅ (Dmax)15
Bemerkung

Nachbildung eines Raerener Kuges aus der Werkstatt des Jakob Baltus, 1970er Jahre:

Eiförmiger Gefäßkörper mit flach abgedrehtem Mündungsrand am relativ hohen engen Hals, dieser auf Höhe des oberen Henkelansatzes mit einem waagerecht umlaufenden Zierprofil versehen, darunter gegenständig zum Henkel eine aufgelegte Bartmannmaske mit langem, unten in Ringeln auslaufendem Bart, der sich über den oberen Teil des Gefäßkörpers zieht, darin eingearbeitet ein Gesicht (Nach Vorbild von dokumentierten Beispielen des 16. Jh. - siehe Kohnemann, Auflagen ... S. 329);
unter der Bartmannauflage ein kleines aufgelegtes ovales Medaillon mit Wappenschild, darin ein Doppeladler, unten links und rechts die Inschrift VON : LVBECK : - V : OCZ (dafür ist kein historisches Vorbild dokumentiert, ein solches könnte sich aber durchaus unter den Scherbenfunden befunden haben, die der Produzent auf seinem Grundstück machte);
 

links und rechts der Bartmannauflage zentral auf dem Gefäßkörper je ein identisches aufgelegtes ovales Medaillon mit gespaltenem Wappen, links eine diagonal verlaufende Wellenlinie vor einem Quarebalken, rechts ein stehender Hund/Wolf/Löwe auf einem Querbalken - im unlaufenden Schriftband die Inschrift: ARNOLT : VAN : REIFFERSCHEIT : GENAT : MEI : RAEDT : A : 1588  (Arnold von Reifferscheidt, genannt Meirode) - eine dikomentierte historische Variante weist neben der Jahreszahl 1586 (statt A:1588) Sterne alss Trennzeichen auf, statt wie hier Doppelpunkte (siehe Kohnemann, Auflagen ... S. 63 r.u.) - auch hier könnte es sich um eine Variante des historischen Vorbildes aus dem Scherbenfundus des Produzenten handeln;

schwach ausgestellter kurzer Fußteil mit gerundetem Flachboden, darüber ein waagerecht umlaufendes Doppelprofil mit dazwischenliegender Hohlkehle;
Henkel gekehlt und unten dreieckig spitz auslaufend;
Der Gefäßkörper ist flächendeckend mit einer dunkel-/mittelbraunen Industrieglasur bedeckt. 

Diese Gefäße wurden nicht gedreht, sondern von Hand aufgebaut sowie im Elektroofen mit modernen Industrieglasuren gebrannt; sie sind relativ schwer und haben einen extrem dicken Boden. 

Datierung20./21. Jahrhundert
Hersteller Kuenstler44902
HerstellungszweckDekorobjekt
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 63 r.u. - S. 329
ZugangsartSchenkung
Copyright44848