Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

4087

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
mundartliche BenennungenBauerntanzkrug
Museum44848
Inv.-Nr.4087
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • dekorativer Henkelauslauf
  • Henkelquerschnitt profiliert
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • Bauchfries
  • Kannelierung
  • Rillung
  • [Auflagen]
  • [Auftragungen]
  • engobiert
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • profiliert
Darstellung Bauchfries Menschen (Bauern)
IkonographieBauerntanz
InschriftenGERET DV MVS DAPR BLASEN SO DANSEN DEI BVREN ALS WEREN SEI RASEN FRI VF SPRICHTE BASTOR ICH VERDANS DI KAP MIT EN KOR
Inschriften (Jahr)1583
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)20,5
Boden ∅ (B)8
maximaler ∅ (Dmax)11,5
RestaurierungHenkel und Hals ersetzt
Bemerkung

Kleiner Zylinderbauchkrug mit zylindrischem Hals, gerundet abgedrehter Mündungsrand, leicht konisch eingezogen, mit darunterliegender Freifläche; ab Höhe des oberen Heneklsansatzes parallele waagerecht umlaufende eingedrehte Rillen über die gesamte Halsfläche bis zum leicht geschwungenen Übergang zum Gefäßkörper; Schulter leicht konkav gewölbt mit senkrechten parallelen Doppelkanneluren, darunter zwei waagerecht umlaufends schmale Profile mit dazwischenliegender Hohlkehle; auf dem zylindrischen Mittelteil des Gefäßkörpers ein aufgelegter Fries mit Bauerntanz ohne Arkaden, am Ende leicht verzogen, darunter waagerecht umlaufendes schmales Zierprofil, anschließend auf dem konischen Unterteil senkrechte parallele Doppelkanneluren, über dem profilierten Standfuß mehrere parallele waagerecht eingedrehte Zierrillen; Henkel profiliert und dreieckig spitz  abgestrichen.

Im Schriftband über dem Fries mit Musikanten (links) und neun Tanzpaaren die Inschrift: 
GERET DV MVS DAPR BLASEN SO DANSEN DEI BVREN ALS WEREN SEI RASEN FRI VF SPRICHTE BASTOR ICH VERDANS DI KAP MIT EN KOR
Gerhard, du musst tapfer blasen, so tanzen die Bauern als wären sie rasend; Frisch auf! spricht der Pastor, ich vertanze die Kappe, (A)mi(k)t und Kor(mantel). 

Rechts neben dem Musikantenpaar, beidseits des ersten Frauenkopfes die Datierung 15 83.

Bei dem Fries handelt es sich um eine der am häufigsten vorkommenden Vairanten des Themas, vor allem auf kleineren Bauerntanzkrügen. 

Datierung1580-1590 (REN II)
Datum/Zeitraum1583
HerstellungszweckTrink- und Schankgefäß
sekundäre VerwendungRepräsentation
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S.190 o.
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848