Hauptspezies Kanne
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Schnabelkanne
Museum44848
Inv.-Nr.3036
Form des Objekts kugelförmig
Form (in Freitext)mit hohem zylindrischem Hals
Stand-/Bodenformprofilierter Fuß mit Linsenboden
Handhaben- [Henkel]
- Henkel gezogen
- [Henkelauslauf]
- dekorativer Henkelauslauf
- [Henkelquerschnitt]
- Henkelquerschnitt gekehlt
Ausgussform Tülle
Farbe dunkelbraun
Dekoration- Wappen
- Kerbschnitt
- profiliert
- [Auflagen]
- Halsfries
- Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
- bemalt (vor dem Brand)
- [Auftragungen]
- [plastische Oberflächenbehandlung]
- Kannelierung
Darstellung Wappen einteilig
IkonographieGebhard Truchseß von Waldenbrug (Erzbischof zu Köln); ein weiteres Wappen
InschriftenInschrift im HF: GOT ALLEIN DE ER - im Hals eingeritzt: 'durch mich Emont auf dem Born' und 'anno 1581 E E" - in 1. Medaillon: REN VNT KNECHT DRENCK DO NEMAN
Inschriften (Jahr)1581
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)24
Boden ∅ (B)8,5
maximaler ∅ (Dmax)14,5
BemerkungTüllenkanne mit kugeligem Gefäßkörper und hohem schlankem Hals, zum Mündungsrand hin konisch erweitert; gerundet abgedrehter Mündungsrand, darunter Freifläche, anschließend unter dem oberen Henkelnasatz zwei waagerecht eingedrehte Profile mit dazwischenliegendem schmalem Halsfries, darauf abgeschnittene Köpfe (abwechselnd Männer und Frauen) sowie erhobene Becher, oben als Band mit Ornamentik die Inschrift: GO <> T <> AL <> L <> EIN <> D <> EI <> E <> R <> (Gott allein die Ehre).
Darunter gegenständig zum Henkel ein teilweise auflagenornamentierter Steg, der den ebenfalls auflagenornamentierten Schnabel hält - dessen unterer Ansatz auf Höhe der Mitte des Gefäßkörpers mit einem ovalen Medaillon belegt, das ein bärtiges Männergesicht zeigt und die UMschrift (teilweise an der Tülle abgeschnitten): (ER <> HER)REN <> VNT <> KNECHT <> DRENCK <> DOT <> NEMAN <> (VNRECHT <>) - Ihr Herren und Knecht'! Trinkt! Tut niemandem Unrecht!
Auf dem Hals links des Henkels und rechts der Tülle die handschriftlich eingeritzte Inschrift: bey mych emont op den born - auf der Gegenseite ebenfalls handschriftlich eingeritzt: anno 1581 EE.
Über dem unteren Henkelauslauf mit dreieckig zulaufender Spitze auf dem Gefäßkörper vier waagerecht umlaufender eingedrehte Profile mit dazwischenliegendem Kerbschnitt (halbe Rauten - nur auf der Seite mit der Datierung - andere Seite restauriert). Darunter zentral auf dem Gefäßkörper jeweils unter den Inschriften zwei identische aufgelegte runde Medaillons mit Bischofswappen des Gebhard Truchsess von Waldenburg, Erzbischof zu Köln; viergeteiltes Wappen mit belegter Mitte (3 übereinanderstehende gehende Löwen), l.o. ein Kreuz, r.o. ein stehender Löwe, l.u. drei waagerechte Sicheln, r.u. ein Greif; Wappenzier mit Mitra, darauf ein Frau, links ein Schwert, rechts ein Bischofsstab, dazwischen die Jahreszahl 1581.
Über dem eingeschnürten profilierten Standfuß ab Höhe der Wappenauflage senkrechte Kanneluren.
Die aufwändig dekorierte und handsignierte (daher eindeutig zu datierende) Schnabelkanne stammt aus dem Fundgut der Burg Raeren (Ausgrabung O.E.Mayer 1968 unter dem Annexbau von 1583) und gehörte wahrscheinlich zum Hausrat des Burgherren Phillip von Lomont.
Der Töpfer Emond Emonds, auch "Emond op den born" genannt, hatte seine Werkstatt unweit der Burg Raeren im Ortsteil Born. Sein Grabkreuz wurde vom Walhorner Friedhof entfernt und gegenüber der Burg Raeren aufgestellt.
Datierung1570-1580 (REN I)
Datum/Zeitraum1581
ObjektgeschichteFund in der Burg Raeren, unter dem Annexbau aus dem Jahr 1583
Bemerkung (Fundangabe)1968
Hersteller Kuenstler44905
HerstellungszweckSchankgefäß
sekundäre VerwendungRepräsentation
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 91, 109, 276, 350
Zugangsartarchäologischer Fund
Zugangsdatum1968
Copyright44848