Museumsobjekte

Die historischen Bestände des Töpfereimuseums Raeren stammen zum größten Teil aus archäologischen Grabungen der 1950er bis 2010er Jahre. Sie wurden in verschiedenen historischen Ortsteilen gezielt oder im Rahmen von Rettungsgrabungen geborgen und weisen allesamt einen historischen Produktionskontext auf.

Einzelheiten dazu sind – insofern bekannt – beim jeweiligen Objekt zu finden. Wir bemühen uns, die historische Sammlung Stück für Stück vollständig zu digitalisieren und hier online zur Verfügung zu stellen. Allerdings bedarf dies eines hohen Zeitaufwandes. Daher bitten wir Sie, ein wenig Geduld zu haben und immer wieder mal reinzuschauen, ob und welche neuen Objekte hinzugekommen sind.

2107

Expertenmodus
 
Hauptspezies Krug
zugehörige Funktionsgruppe [Ausschenken, Trinken]
Unterspezies Zylinderbauchkrug
mundartliche BenennungenWappenkrug
Museum44848
Inv.-Nr.2107
Form des Objekts zylinderbauchförmig
Stand-/BodenformStandfuß mit Linsenboden
Handhaben
  • [Henkel]
  • Henkel gezogen
  • [Henkelauslauf]
  • dekorativer Henkelauslauf
  • [Henkelquerschnitt]
  • Henkelquerschnitt gekehlt
Farbe mittelbraun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Bauchfries
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Kannelierung
  • profiliert
  • Rillung
  • Stempelung
Darstellung
  • [Bauchfries]
  • Bauchfries Wappen
IkonographieTeils Fantasiewppen
InschriftenDE : PESSER : EN : DIE : KAN : HAT : MICH : GEMACHT : SV : EINEN : ERMEN : MAN : WIE : ICH : NIT : ME : EN : HAFSO : MVS : ICH : LASSEN : AF
Inschriften (Jahr)1596
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)25,5
Boden ∅ (B)8,5
maximaler ∅ (Dmax)13
Bemerkung

Zylinderbauchförmiger Gefäßkörper mit eingeschnürtem Standfuß, schmaler Schulter und hohem zylindrischem Hals; rund abgedrehter Mündungsrand mit glatter Fläche bis zum oberen Henkelansatz, darunter parallel umlaufenden waagerechte eingedrehte Zierrillen über die gesamte Halsfläche; gekehlter Henkel mit dreieckig spitz abgestrichenem unterem Auslauf auf Höhe der Gefäßschulter; unter dem Hals leicht konvex gewölbte schmale Schulter mit seknrechten Kanneluren, dazwischen florale Einzelstempel; Übergang zum zylindrischen Gefäßkörper mit drei waagerechten Profilen und zwei Kehlen, teilweise mit Rollstempeldekor; auf dem Bauch aufgelegter Fries mit 8 Wappen unter doppelbögigem Arkaden, darunter ein waagerecht umlaufender Ziergrat mit Rollstempeldekor; auf dem nach unten konisch zulaufenden Fuß senkrechte Kanneluren mit glatten Freiflächen dazwischen; eingeschnürter profilierter Fuß mit mehreren waagerecht umlaufenden eingedrehten Zierrillen.

Der Fries zeigt unter doppelbögigen Arkaden acht Wappen, in den Wappenschildern v.l.n.r.: Stadttor mit zwei Türmen - nach rechts schreitender Löwe - Band mit den Buchstaben MX - senkrechte geometrische Ornamentik - diagonal verlaufender Balken mit floraler Ornamentik - sieben Sterne - Mond und Stern - schreitender Krieger mit Lanze/Fahne und Schild. Einige der Wappen sind auch als Einzelexemplare bekannt, aber größtenteils nicht zugewiesen, teils handelt es sich um Fantasiewappen.

Im ersten Arkadenfeld links unten die Datierung °1596. UNter dem Fries ein Schriftband mit der Inschrift: DE : PESSER : EN : DIE : KAN : HAT : MICH : GEMACHT : SV : EINEN : ERMEN : MAN : WIE : ICH : NIT : ME : EN : HAFSO : MVS : ICH : LASSEN : AF - Der Becher und die Kanne haben mich zu einem armen Mann gemacht; wenn ich nichts mehr habe, so muss ich es bleiben lassen. - Eine ähnliche Inschrift ist von Medaillons mit Darstellung eines mittellosen Landsknechtes bekannt, die dem GE (Gerard Emonts) oder PM (Peter Mennicken?) zuzuschreiben sind (siehe Kohnemann, S. 138

Datierung1590-1600 (REN III)
HerstellungszweckTrink- oder Schankgefäß
Literaturverweis46633
Bemerkung (Literaturverweis)S. 227
Zugangsartarchäologischer Fund
Copyright44848