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3035

Expertenmodus
Expertenmodus
 
Hauptspezies Aquamanile
zugehörige Funktionsgruppe [Sanitärkeramik]
mundartliche BenennungenHandwaschgefäß
Museum44848
Inv.-Nr.3035
Form des Objekts kugelförmig
Form (in Freitext)leicht konischer niedriger Hals, 2 runde Ösenhenkel, 2 zylindrische Ausgusstüllen
Stand-/Bodenformgerundeter Boden, Kugelboden
Handhaben
  • Mehrfachhenkel
  • Henkelquerschnitt rund
Ausgussform Tülle
Farbe
  • dunkelbraun
  • grau
  • schwarz-braun
Dekoration
  • [Auflagen]
  • Rund- / Oval- / Viereck-Auflage
  • [plastische Oberflächenbehandlung]
  • Rillung
Darstellung Rund- / Oval- / Viereck-Auflage Menschen
IkonographieKönig Philipp II von Spanien (?) - Anna von Österreich (?)
Materialgebrannter Ton
Formtechnik gedreht
Brenntechnik Steinzeug
Glasurtechnik Salzglasur
Höhe (H)7
Mündungs ∅ (M)6.5
maximaler ∅ (Dmax)9
RestaurierungO.E.Mayer - siehe Objektzustand
Bemerkung

Das Aquamanile zeigt zwei gegenständige Tüllen als Ausgüsse, mit parallel umlaufenden Rillen verziert. Dazwischen liegen zwei gegenständige Ösenhnekle, die wohl auch zum Aufhängen des Gerätes gedient haben.

Links und rechts sowie unterhalb jeder Tülle sind jeweils 3 Rundmedaillons aufgelegt. Einmal zwei identische Frauenbüsten (links und Mitte) sowie eine Männerbüste - gegenüber zwei identische Männerbüsten sowie eine Frauenbüste. Im Prinzip handelt es sich also um 2 Medaillons, jeweils 3fach aufgelegt, in zwei gegenständigen Kombinationen. Das Frauenmedaillon ist mit 4,5 cm Ø größer als das Männermedaillon mit 3 cm Ø.

Das Männermedaillon zeigt eine Büste im Halbprofil mit adliger Kleidung und Spitzbart, ohne Kopfbedeckung. Es wird als König Philipp II von Spanien (1527-1598) interpretiert. Tatsächlich sind andere ähnliche Medaillons von Raerener Steinzeug bekannt, wovon eines die Inschrift K F D G 75 IE (König Filip der Große 75 Ian Emens) (Kohnemann, Auflagen ..., S. 123 u.l.) trägt. Ein anderes hingegen zeigt die Inschrift 1573 ERICVS SVEDORVM REX (König Eric XIV von Schweden) (Kohnemann, Auflagen ..., S. 122 u.l.). Keines der beiden ist identisch mit dem hier verwendeten und die Interpretation daher fraglich.

Gleiches gilt für das Frauenmedaillon, das in ähnlicher Form dokumentiert ist (Kohnemann, Auflagen, S. 126, o.r.), aber keine Inschrift trägt.

Die Interpretation der Medaillons ist wahrscheinlich im Kontext des archäologischen Fundzusammenhangs zu suchen. Aus dem gleichen Fundkontext stammt eine Feldflasche (Inv. Nr. 3031), die eine deutliche Zuweisung dieser ikonografischen Inhalte zulässt. Beide Objekte wurden in den 1960er Jahren bei Grabungen unter dem Annexbau der Burg Raeren aus dem Jahr 1583 gefunden und entsprechend per terminus ante quem datiert. Sie lagen im Bereich des ehemaligen Burggrabens des Donjon der Burg Raeren und gehörten somit höchstwahrscheinlich zum Hausstand der Familie von Lomont, Eintümer der Burg Raeren in der 2. Hälfte des 16. Jh.

Datierungvor 1583
Datum/Zeitraum2. Hälfte des 16. Jh.
Objektgeschichtearchäologischer Fund unter dem Annexbau der Burg Raeren
Bemerkung (Fundangabe)siehe handschriftliche Unterlagen Mayer
Herstellungsort region44859
HerstellungszweckSanitärkeramik - Handwaschgefäß
Zugangsartarchäologischer Fund Mayer
Zugangsdatum1963
Copyright44848